Kochen ohne Zivilisationsgifte wie Zucker und Weizen

Kochen ohne Zivilisationsgifte wie Zucker und Weizen

August 19, 2018 0 Von Torsten

Süße Verführung- so bewirbt die Industrie ihre Produkte. Kritiker der Industrie und der Massen an konsumierten Süßwaren merken seit einiger Zeit an, dass diese für viele unserer heutigen Zivilisationskrankheiten verantwortlich sein sollen.

Es sind seit einiger Zeit vermehrte Gegenbewegungen zu beobachten, die unter dem Oberbegriff „Clean Eating“ fallen. Hierzu zählt das Kochen ohne Zucker und Weizenmehl. Die Gründe hierzu sind unterschiedlich- Low Carb Diät, Diabetes, Allergien oder generelle Stoffwechselprobleme mit der Verdauung dieser Stoffe führen zunehmend zum Umdenken bei vielen Menschen, was die Zusammenstellung ihres Speiseplans angeht.

Zucker als Geißel der modernen Menschen

Das von der Industrie heute mit enormen Werbeetats etablierte Bild von den positiven Eigenschaften des Zuckers stammt aus dem vorvorigen Jahrhundert, in dem Zucker nur den Reichen vorbehalten war und somit nur in geringen Mengen verzehrt wurde. Alternativ wurde mit anderen Mitteln wie Honig gesüßt, der ebenfalls nicht in größeren Mengen zur Verfügung stand. Heutige Limonaden sind in der Regel sehr stark gesüßt, in vielen anderen Lebensmitteln wie Brot oder Joghurt, Schinken und anderen Fleischwaren wird Zucker aufgrund anderer Erwägungen zugesetzt. Oft wird Zucker als „natürlicher“ Geschmacksverstärker freigiebig zugesetzt- auf diese Art findet er sich in Fischkonserven, Salatdressings, Dosensuppen und vielen anderen verarbeiteten Lebensmitteln, wo man ihn nicht automatisch vermuten würde.

Weizenmehl in der heutigen Zeit

Heutiger Weizen hat mit dem Weizen, den unsere Urgroßeltern angebaut haben, nur wenig gemeinsam. Durch den Trend zum rationellen, maschinellen Bearbeiten von Feldern sind heutige Weizensorten durch Züchtung verändert worden, um besser mit maschineller Hilfe angebaut werden zu können. Für die enthaltenen Nährstoffe gilt ähnliches. Gluten als heute identifizierte Ursache vieler Probleme hat mehrere Eigenschaften, die es für die Industrie so interessant machen: Da es natürlich vorkommt, ist es kein künstlicher (und somit zu deklarierender) Zusatzstoff. Da Gluten außerdem bei der Herstellung von Traubenzucker und Speisestärke als Abfallprodukt anfällt, besteht seitens der Industrie ein Interesse daran, dieses anderweitig zu verwerten- ansonsten müsste es teuer entsorgt werden.

Früher wurden Brot und Nudeln anders zubereitet: Durch die Fermentierung von Sauerteigbroten wird Gluten weitgehend abgebaut, auch wurde Nudelteig bei klassischer Zubereitung abgehangen, bevor dieser weiterverarbeitet worden ist.

Clean Eating

Im Wissen, dass unsere heutige Ernährung sich deutlich von dem entfernt hat, was unsere Großeltern auf dem Tisch hatten, beschäftigen sich zunehmend Menschen mit der Qualität ihrer Nahrung.. Die ersten Schritte bestehen oft darin, industrielle Produkte wie Tiefkühlpizza, Dosensuppen und ähnliche Fertignahrung vom Speiseplan zu streichen. Weitere Streichungen entfallen danach auf Zubereitungen wie Fruchtjoghurt, Feinkostsalate, Wurstwaren, die allesamt Zucker und Hilfsstoffe enthalten.

Kochen

Je nachdem, wie weit man gehen möchte: Kochen ohne Zucker und Weizenmeh ist nicht allzu kompliziert, wenn man erstmal einige Dogmen über Bord geworfen hat. Zucker lässt sich als solches recht gut durch andere Süßungsmittel wie Honig, Agavendicksaft oder Früchte wie Datteln ersetzen und in vielen Fällen komplett weglassen.

Durch den Verzicht auf Zucker beim Kochen kommen oft erst die feinen Nuancen von Obst oder anderer Zutaten zur Geltung, die vorher durch die Süßungskeule unterdrückt worden sind. Speziell in Püree oder Breien lassen sich Früchte oder Datteln in fein zerkleinerter Form unterheben. Nicht umsonst finden sich in vielen Haushalten, die alternativ kochen, hochwertige Standmixer, die beim Zerkleinern helfen.

Weizenmehl dagegen ist eine andere Herausforderung: Durch das enthaltene Gluten, welches Teige zusammenhält, sind bestimmte Brote, Backwaren und Feingebäck überhaupt erst möglich, ohne zu anderen Zusätzen greifen zu müssen. In diesem Fall sind andere spannende Brote und Gebäckstücke mit Mehlen aus Leinsamen, Hafer, Reis, Buchweizen oder Emmer (Urweizen) möglich, die oft vollkommen neue Horizonte eröffnen.

Weizenmehl verbirgt sich aber auch in Panaden, Frikadellen und anderen leckeren Dingen. Interessante Alternativen bestehen beispielsweise aus Panaden aus Kokos- oder Haferflocken, auch Kartoffel- oder Reismehl stellen für die meisten Gerichte und Zwecke wie das Binden von Saucen, Suppen und Eintöpfen gangbare Alternativen dar, die in jeder gutsortierten Küche zu finden sind.

Zusammengefasst kann man sagen, dass ein Kochen ohne Zucker und Weizenmeh recht problemlos möglich ist, wenn man sich etwas mit dem Thema beschäftigt hat. Die meisten Zutaten sind im normalen Supermarkt zu kaufen, lediglich einige spezielle Dinge müssen im Bioladen oder Versand bestellt werden. Auf der anderen Seite werden aber neue Türen aufgestoßen zu spannenden, interessanten Gerichten, die den Anstoß zu neugierigen Fragen im Freundeskreis geben können.